Eine Frage der Perspektive
Eine Frage der Perspektive

Eine Frage der Perspektive

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der Schlüssel für viele politische Problemstellungen das Vorhandensein von Perspektiven ist. Unabhängig davon, ob man jung oder alt, Mann oder Frau, Einheimischer oder nicht ist, die Menschen benötigen Perspektiven. Sie brauchen einen Grund morgens aufzustehen, sich die Ärmel hochzukrempeln und für sich und die Gesellschaft etwas zu schaffen. Daher ist es einer der zentralsten Aufgaben der Politik, diese Möglichkeiten, Chancen sowie Perspektiven zu schaffen. Ein Mensch, der eine Perspektive hat, hat etwas zu verlieren, hat es nicht Not sich etwas Unrechtmäßiges zu tun und somit auf die schiefe Bahn zu geraten. Es gibt nämlich kaum einen besseren Motivator als die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft oder ein Lebenstraum.

Gerade für junge Menschen ist die Frage der Perspektive besonders interessant. Ein wesentlicher Punkt in diesem Zusammenhang ist daher auch die Bildung. Leider ist es noch immer so, dass Kinder aus einkommensschwächeren Familien, weitaus geringe Chancen auf eine höhere Ausbildung haben, als Kinder, die aus wohlhabenden Familien stammen. In einfachen Worten, die Startbedingungen für Kinder aus reichen Familien sind weitaus besser. Das belegen auch zahlreiche nationale und internationale Studien. Deshalb ist die Politik gefragt, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit jedes Kind, unabhängig davon aus welcher Familie es stammt, die gleichen Startvoraussetzungen und Chancen hat. Dies sollte die oberste Prämisse der Bildungspolitik in der Republik sein. Was wir aber derzeit erleben ist, dass sich die Bundesregierung an den zentralen Fragen im Bildungsbereich vorbeimogelt, indem sie durch geschickte Symbolpolitik auf dem Rücken von Minderheiten politisches Kleingeld lukriert. Wenn man einen Blick auf die aktuellen politischen Geschehnisse in der Steiermark blickt, muss man leider feststellen, dass mittlerweile sogar Teile der Sozialdemokratie dieses Spielchen mitspielen.

Die Sündenbockpolitik geht soweit, dass man im heurigen Schuljahr bereits die sogenannten „Deutschförderklassen“ eingeführt hat, obwohl weder die organisatorischen Rahmenbedingungen vorhanden noch die inhaltliche Ausgestaltung und Selektion der jeweiligen Kinder geklärt waren. Auch die Tatsache, dass viele renommierte Expertinnen und Experten heftige Kritik an dieser Maßnahme geübt haben, hat die politischen Handlungsträger nicht davon abbringen lassen, viele Kinder aufs schulische „Abstellgleis“ zu stellen. Statt also die soziale Durchlässigkeit, die im internationalen Vergleich mangelnde Qualität des Bildungssystems und andere inhaltliche Problemstellungen sachlich anzugehen, macht die ÖVP-FPÖ Regierung bewusst Politik auf dem Rücken von Kindern. Skrupelloser kann Politik kaum sein.

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