Online-Petition: Nein zu einem Zweiklassen-Bildungssystem!

Die Trennung von Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen von ihren gleichaltrigen Schulkollegen ist schlichtweg nichts anderes als ein Zweiklassen-Bildungssystem, das lediglich dazu dient, in jungen Jahren die Kinder auszusortieren. Die Segregation von Kindern in eigenen „Ausländerklassen“ führt natürlich auch zu einer Stigmatisierung von Kindern mit anderen Erstsprachen als Deutsch.

Sinnvoller wäre es, mit mehr Lehrkräften neben dem regulären Unterricht auch die deutsche Sprache zu fördern und den Kindern mehr Zeit für den Spracherwerb zu geben. Kinder lernen aber nicht nur vom Lehrpersonal, sondern auch von ihren Mitschülern. Dies wird diesen Schülerinnen und Schülern komplett verwehrt. Die Vielfalt und Solidarität in einer Klassengemeinschaft rückt durch diese Maßnahme in der Hintergrund, während hingegen der Leistungsgedanke und der egozentrierte Wettkampf zwischen den Kindern in den Vordergrund geschoben werden.

Es ist natürlich notwendig, dass die deutsche Sprache so schnell wie möglich erlernt und die Defizite im Vergleich zu den deutschsprachigen Kindern so schnell wie möglich überwunden werden – dafür sind selbstredend entsprechende Fördermaßnahmen nötig, aber der Schlüssel ist sicher nicht die Schaffung von Parallelstrukturen in der Schule. Die Politik beschwert sich seit Jahren darüber, dass Minderheiten sich in Parallelgesellschaften abschotten, aber forciert durch diese Bildungsreform selbst eine parallele Struktur zur Mehrheitsgesellschaft und das schon im Kindesalter. Diese Trennung wird sich bei den Kindern wie ein roter Faden durch das ganze Leben ziehen, sowohl im sozialen sowie gesellschaftlichen als auch im schulischen und beruflichen Zusammenhang. Diese Stigmatisierung wird das Zusammenleben in unserer Gesellschaft sicherlich nicht fördern.

Schüler, die nach der erfolgreichen Absolvierung einer Deutschförderklasse in den Regelunterricht wechseln, sollen künftig nicht wie bisher automatisch, sondern nur mehr „in begründeten Fällen bzw. Ausnahmen“ in die nächste Schulstufe aufsteigen dürfen. „Dadurch sollen das Auf- und Nachholen des in den Lehrplänen vorgesehenen Lernstoffes und ein entsprechender Lernfortschritt sichergestellt werden“, heißt es weiter. Wer also etwa in der ersten Schulstufe eine Deutschförderklasse erfolgreich absolviert, steigt anschließend nicht in die zweite Klasse auf, sondern muss zunächst das reguläre erste Schuljahr wiederholen.

Wir wehren uns daher gegen ein Bildungssystem, dass…

  • …Kinder in zwei Klassen aussortiert und die Solidarität in einer Klassengemeinschaft untergräbt.
  • …für die Förderung von Wenigen und nicht für alle Schülerinnen und Schüler steht.
  • …Kindern verwehrt, von ihren Mitschülern die deutsche Sprache und Kultur zu erlernen.
  • …Kinder durch eine verfrühte Selektion für das gesamte Leben stigmatisiert.
  • …das Vorankommen von Kindern mit Migrationshintergrund noch weiter erschwert.
  • …deren Selektionsmechanismus untransparent und unnachvollziehbar ist.
  • …die Schaffung von Parallelstrukturen bereits im Kindesalter fördert. Daher fordern wir die Bundesregierung, insbesondere Bundesminister Fassmann auf, seine Vorhaben in dieser Richtung zu überdenken und einen integrativen sowie solidarischen Kurs in der Bildungspolitik einzuschlagen.

www.openpetition.eu/at/petition/online/nein-zu-ghettoklassen-nein-zu-einem-zweiklassen-bildungssystem

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