#NICHTWEGSEHEN – wenn Unrecht geschieht

Liebe Freundinnen und Freunde!
 
Aktuell versuche ich unter dem Hashtag #nichtwegsehen auf Fälle von Diskriminierung im Alltag hinzuweisen. Mit eurer unermüdlichen Unterstützung ist es mir gelungen, mit den Beiträgen der vergangenen Tage ca. 100.000 Personen via Facebook und andere Medien zu erreichen und für dieses Thema zu sensibilisieren. Ich möchte mich für eurer Engagement und die zahlreichen Unterstützungserklärungen in euren Kommentaren, Nachrichten und Mails bedanken.
 
Neben den überwiegend positiven Rückmeldungen, haben mir aber auch einige Reaktionen und Kommentare im Netz verdeutlicht, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt für eine derartige Aktion ist. Ich wurde aufgrund meines Einsatzes in manchen Kommentaren beschimpft und unter anderem sogar aufgefordert, das Land in dem ich geboren bin, zu verlassen – ich solle zurück nach „Türkistan“, hieß es in einem Beitrag. Wobei der Begriff „zurück“ für jemanden der in Österreich auf die Welt gekommen ist, mE äußerst unpassend ist. Diese zum Teil sehr heftigen Reaktionen haben mich aber in meinem Ansinnen, gegen Diskriminierung im Alltag einzutreten, noch mehr bestärkt. Für mich war das sogar eine zusätzliche Motivation, um mich in Zukunft noch mehr gegen Diskriminierungen jeglicher Form und für ein besseres Miteinander in unserer Gesellschaft einsetzen.
 
Dabei spielt es aus meiner Sicht keine Rolle von welcher Seite die Diskriminierungen kommen. Wir müssen uns alle gemeinsam dagegen stellen und dürfen nicht #wegsehen, wenn Unrecht geschieht. Allein in den vergangenen vier Tagen wurden mehr als 20 Fälle von Diskriminierung im Alltag an mich via Facebook, E-Mail und persönliche Kontaktaufnahme herangetragen. Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen – sei es Arbeitswelt, Schule oder Privatleben. Viele der geschilderten Vorfälle hatten einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Jedoch wurden mir auch zwei Fälle zur Kenntnis gebracht, die die Diskriminierung von Inländern, bzw. gebürtigen Österreichern, betrafen. Dabei ging es einerseits um einen Vorfall in einem Schwimmbad und andererseits um einen weiteren Fall von Diskriminierung im Arbeitsalltag. Diskriminierung darf in keinem Fall geduldet werden, unabhängig davon von welcher Seite sie kommt. Ich werde mich mit jedem einzelnen der mir anvertrauten Fälle auseinandersetzen und versuchen zu helfen. In den kommenden Tagen beabsichtige ich nach Rücksprache mit den jeweiligen Betroffenen, einige der Vorfälle in anonymisierter Form auf meiner Facebook-Seite unter dem Hashtag #nichtwegsehen zu publizieren. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich bei dieser Aktion auch in Zukunft via Facebook unterstützt.
 
Allein aufgrund der vorangehenden Ausführungen erweisen sich die an den Haaren herbei gezogenen Vorwürfe von FPS-Steiner als haltlos und konstruiert. Bei dem von mir, nur stellvertretend für zahlreiche andere Vorfälle, veröffentlichten Darstellung des Falles mit den Hunden am See möchte ich Markus Steiner darauf hinweisen, dass es sich bei der betroffenen Familie um österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger (!) handelt. Das zeigt mir, dass es noch immer Menschen gibt, die eine Zweiklassen-Einteilung von Menschen vornehmen, die im Jahr 2016 in dieser Form nicht hinnehmbar ist. Scheinbar hat für Kollegen Steiner eine Staatsbürgerschaftsurkunde keinerlei wert, was in mir doch gewisse grundsätzliche Bedenken hervorruft. Ich darf daher erinnern, dass wir Landtagsabgeordneten für die Anliegen aller Salzburgerinnen und Salzburger zuständig sind. Für mich steht ausschließlich der Mensch an sich sowie seine Integrität und Würde im Vordergrund.
 
Mir geht es bei dieser Aktion vor allem darum, die subjektive Wahrnehmung der betroffenen Menschen in den Vordergrund zu stellen. Dabei sind die Fälle, die mir geschildert wurden, in ihrer Intensität äußerst unterschiedlich. Fest steht aber jedenfalls, dass das individuelle Sicherheitsgefühl ALLER MENSCHEN in unserem Bundesland – und auch in ganz Österreich und Europa – in letzter Zeit enorm abgenommen hat. Für die rechtliche Beurteilung der von mir geschilderten Fälle sind, wie bereits mehrmals deutlich hingewiesen, die Gerichte zuständig. Ich habe vollstes Vertrauen darauf, dass unsere Polizei und die Justiz den Fall mit der nötigen Sorgfalt aufarbeiten und entsprechend entscheiden werden. Unser Auftrag als Politik ist es, auf Missstände und Probleme hinzuweisen und Lösungen sowie Maßnahmen zu erarbeiten, die sowohl das Sicherheitsgefühl der Menschen in unserem Land als auch den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wieder stärken. In diesem Sinne lade ich euch alle dazu ein #nichtwegzusehen und daran mitzuarbeiten.

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