Lokalaugenschein: Asylquartier Straniakstraße

Welches Quartier ist das Beste?
Ich hatte in den vergangenen Jahren die Möglichkeit, mir verschiedenste Flüchtlingsunterkünfte anzusehen. Die schaurigen Bilder von Traiskirchen oder des Zeltlagers in der Alpenstraße wandern noch immer durch meinen Kopf. Ich kenne auch zahlreiche positive Beispiele, meistens sind das aber kleinere Quartiere, die jedoch logischerweise mit höherem Organisationsaufwand verbunden sind. Ich bin weiterhin der Meinung, dass kleinere Quartiere die bessere Lösung sind, jedoch verstehe ich die handelnden Personen, wenn sie sagen, dass es ganz ohne große Quartiere nicht klappen wird.

Ein großes Quartier, das eigentlich klein ist
Ich wollte mir deshalb selbst ein Bild von dem Quartier in der Straniakstraße machen und habe mir daher gemeinsam mit unserer Vize-Bürgermeisterin Anja Hagenauer und dem Gechäftsführer des Diakoniewerks Herrn Michael König die umstrittene Flüchtlingsunterkunft näher angesehen. Man hat sich bei der Umsetzung des Projekts wirklich sehr viele Gedanken gemacht. Es wurde versucht die Vorzüge eines kleinen Quartiers mit den organisatorischen Vorteilen einer größeren Unterkunft zu verbinden. Was mir besonders gut gefällt ist, dass dem Faktor Transparenz eine sehr große Rolle zugeschrieben wird. Für mich macht das Quartier in der Straniakstraße insgesamt einen guten Eindruck. Die zahlreichen Spenden und Unterstützungserklärungen zeigen, dass es auch innerhalb der Bevölkerung Unterstützung geben wird. Seitens der Betreiber bemüht man sich auch sehr, die Bevölkerung einzubinden, was widerum äußerst positiv zu werten ist.

Zweites Großquartier in der Nähe nicht sinnvoll
Das vom Bund angekündigte Großquartier, das nicht weit von dem Quartier in der Straniakstraße entstehen soll, bereitet mir derzeit mehr Kopfschmerzen. Über das Konzept dieser Flüchtlingsunterkunft ist kaum etwas bekannt. Außerdem ist es auch nicht sinnvoll, dass zwei große Quartiere so nahe zueinander platziert werden. Das erschwert sowohl die Akzeptanz der Bevölkerung als auch den Integrationsprozess der Flüchtlinge.

Vielen Dank auch an Herrn Michael König für die Führung durch die Unterkunft und das offene sowie äußerst aufschlussreiche Gespräch. Hier die Presseaussendung zu unserem Besuch in der Straniakstraße.

 

Medieninformation: SPÖ-Landtags- und Gemeinderatsklub am 21. März 2016
LAbg. Tarik Mete, Integrationssprecher
Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer

Asyl: Großunterkunft mit durchdachtem Konzept

Mete / Hagenauer: Das Quartier des Diakoniewerks in der Straniakstrasse ist kleinteilig, in Wohngruppen für durchschnittlich 18 Personen, konzipiert. Einziehen werden vorwiegend Familien.

Um sich persönlich ein Bild machen zu können, wie im Zuge der Flüchtlingssituation Unterkünfte für 200 Personen und mehr in Salzburg geplant und gestaltet werden, besuchten SPÖ-Integrationssprecher Tarik Mete und Salzburgs Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer diese Woche ein geplantes Quartier in der Straniakstrasse in Salzburg-Kasern. Dort hat das Land Salzburg eine leerstehende Gewerbefläche angemietet und an das Diakoniewerk Salzburg weitergegeben, das die Unterkunft betreiben wird.

Mete ist mit dem Konzept der Diakonie sehr zufrieden: „Obwohl die Unterkunft für 246 Personen ausgelegt sein wird, stehen kleinteilige Einheiten für durchschnittlich 18 Personen im Mittelpunkt. Man verbindet die organisatorischen Vorteile einer größeren Einheit mit den Pluspunkten von kleineren Strukturen. So wird ein anonymes Großquartier von vorne herein verhindert.“

Hagenauer ergänzt: „Für eine adäquate Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen wird das Land auf größere Einheiten nicht ganz verzichten können. Im Konzept des Diakoniewerks ist aber für Privatsphäre und gute persönliche Betreuung der Menschen gesorgt. Das ist mir sehr wichtig.“

Der Geschäftsführer des Diakoniewerks Salzburg, Michael König, weist darauf hin, dass in das Quartier in der Straniakstraße eine große Zahl an Familien einziehen wird. „Die ersten 90 Personen beziehen die Unterkunft am 30. März 2016. Bei Vollbelegung werden die Flüchtlinge von rund 20 hauptamtlichen und 100 freiwilligen Mitarbeiter_innen betreut und unterstützt. Angestellte Mitarbeiter_innen werden rund um die Uhr in der Unterkunft sein und den Menschen dabei helfen, den Alltag zu meistern, sich rasch bei uns zurecht zu finden und die Sprache zu lernen.“

Anrainer einbinden

Den Bedenken der ansässigen Bevölkerung begegnet das Diakoniewerk offensiv. „Es gibt regelmäßige Anrainersprechstunden, eine Telefonhotline (0662 882 417 91) und die Einladung an alle, sich selbst ein Bild zu machen und bei uns mitzuarbeiten. Erfolgreich bewältigen können wir die Herausforderungen nur gemeinsam“, erklärt Michael König.

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