Defizite mehrerer Jahrzehnte in der Integrationspolitik auf dem Rücken von türkischstämmigen Kindern festzumachen ist falsch

Die Aussage von Landeshauptmann Haslauer, vor allem Kinder der türkischen Community würden ein Problem darstellen, kann nicht im Raum stehen gelassen werden. „Kinder sind nie ein Problem, egal woher sie herkommen“, stellen Mete und Hagenauer klar.

SPÖ-Integrationssprecher im Landtag, Tarik Mete, sieht vor allem Handlungsbedarf im Bildungsbereich und begrüßt daher die vorgestellten Maßnahmen, die mitunter seit Jahren von der SPÖ gefordert werden. „Es macht keinen Sinn Herausforderungen unter den Teppich zu kehren, aber der Landeshauptmann muss erkennen, dass es sich hier nicht um ethnische, sondern um soziale Herausforderungen handelt. Die Defizite mehrerer Jahrzehnte in der Integrationspolitik auf dem Rücken von türkischstämmigen Kindern festzumachen, ist nicht nur falsch, sondern grenzwertig. Da hätte ich mir von LH Haslauer eine bessere Wortwahl erwartet. Derart pauschalierte Aussagen sind entbehrlich“, erklärt der junge Abgeordnete.

Differenzierter Zugang erforderlich – Auch in der Stadt Handlungsbedarf
Die Integration von Flüchtlingskindern und Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund sind zwei Paar Schuhe und erfordern dementsprechend komplett unterschiedliche Maßnahmen. Um Lösungen für die zahlreichen Herausforderungen in der Integrationspolitik im Bildungsbereich zu erarbeiten, bedarf es eines fairen und differenzierten Zugangs zur Materie. „Integration ist ein Prozess auf Augenhöhe. Erst wenn man das begriffen hat, kann das Zusammenleben funktionieren“, stellt Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer, die seit Jahren in der Integrationsarbeit aktiv ist, fest. „Auch in der Stadt gibt es zahlreiche Schulen, an denen der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund weit über 80 Prozent liegt. Auch für diese Schulen bedarf es entsprechender Angebote. In den Kindergärten erzielen wir in der Stadt Salzburg mit dem ‚Rucksack-Projekt‘ bereits seit rund zehn Jahren tolle Ergebnisse in diesem Bereich“.

Professionelle Begleitung durch das Bildungssystem erforderlich
Bildung beginnt im Kindergarten und es gibt in weiterer Folge zahlreiche Möglichkeiten für den weiteren schulischen Werdegang. Über diese Möglichkeiten sollte man die Eltern mit Migrationshintergrund besser informieren. In diesem Zusammenhang wäre es wichtig mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den jeweiligen Communities zusammen zu arbeiten. „Alle Eltern wollen eine gute Zukunft für ihre Kinder. Aber oft wissen die Eltern nicht so genau, welchen Weg ihre Kinder einschlagen sollen. Deshalb bedarf es Beratungsangebote & Services, die die Familien durch das Bildungssystem lotsen“, fordern Hagenauer und Mete.

türkische_Kinder

Hier der Artikel aus den Salzburger Nachrichten vom 7. September 2016

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